Verbringungskosten bei fiktiver Abrechnung

Der Geschädigte eines Unfalls kann zwischen fiktiver und tatsächlicher Reparaturerstattung wählen. Unter zahlreichen Umständen macht das Sinn. Jedoch sind Versicherungsgesellschaften stets bemüht, ihre Kosten aus Schadensersatzforderungen gering zu halten. Zahlreiche im Gutachten aufgeführte und erstattungsfähige Punkte werden beinahe schon automatisch von den Gesellschaften gekürzt. Immer noch gibt es zahlreiche Unfallgeschädigte, die diese Streichungen hinnehmen, obwohl ihnen diese Kosten zustehen würden – durch zahlreiche Gerichtsurteile untermauert. Einer dieser Kostenpunkte sind die Verbringungskosten.

Fiktive Abrechnung und Erstattung aufgrund einer tatsächlich erfolgten Reparatur

Grundsätzlich kann der Geschädigte eines Verkehrsunfalls wählen, ob er den Schaden laut Reparaturrechnung oder fiktiv abrechnen möchte. Fiktiv bedeutet dabei nichts anderes, als den Unfallschaden nicht durch eine Werkstatt reparieren zu lassen. Das ist beispielsweise dann von Vorteil für den Geschädigten, wenn er den Unfallschaden selbst reparieren oder nur teilweise instand setzen lassen möchte. Aber selbst bei der vollständigen Reparatur durch eine Autowerkstatt kann der Geschädigte fiktiv abrechnen. Das macht zum Beispiel dann Sinn, wenn er den Unfallwagen in einer freien Werkstatt reparieren lassen möchte. Denn die Abrechnung nach Gutachter bzw. dessen Schadenskalkulation beruht in der Regel auf den Werkstattsätzen einer Vertragswerkstatt.

Fiktive Schadensabrechnung: Verbringungskosten werden von den Versicherungen gerne gestrichen

Oftmals und beinahe schon automatisch durch die gegnerische Versicherung gestrichene Posten sind hier die Verbringungskosten. Dieser Begriff definiert die Kosten, die für den Transport zu dieser Vertragswerkstatt und die dortigen Standgebühren entstehen würden. Außerdem sind es die Kosten, die einer Werkstatt entstehen können, wenn sie das Unfallfahrzeug für Karosseriebauarbeiten oder Lackierarbeiten zu einer anderen Werkstatt bringen müssen.

Daher versuchen Versicherer immer wieder zu argumentieren, dass diese Kosten ja tatsächlich gar nicht entstehen würden bei einer fiktiven Abrechnung. Dass dem nicht so ist, entschied erst im Dezember 2012 das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf (AZ: I-1 U 108/11, Berufungsentscheidung zum Urteil vom 6. März 2012). In der Begründung gab das OLG Düsseldorf an, dass diese Kosten erstattungsfähig sind, wenn sie den regionalen Gepflogenheiten entsprechen.

Verbringungskosten als auch UPE-Kosten sind zu hindert Prozent erstattungsfähig

Da wohl so ziemliche jeder Werkstatt bundesweit diese Kosten erhebt, ist es in der gesamten Republik erstattungsfähig. Das bedeutet eine Stärkung der Rechte des Geschädigten eines Unfalls. Denn eine tatsächlich gleichwertige Wahl besteht nur dann, wenn die Kosten bei fiktiver als auch nach Werkstattabrechnung gleichermaßen erstattet werden. Schließlich darf nicht vergessen werden, dass eine fiktive Abrechnung absolut nicht bedeuten muss, dass der Unfallgeschädigte sein Fahrzeug nicht reparieren lässt.

Also stehen ihm auch diese Kosten zu. Dasselbe gilt neben den Verbringungskosten übrigens auch für die UPE-Kosten. UPE-Kosten stellen die Preise dar, die regionale Vertragswerkstätten für ihre Ersatzteile fordern (UPE bedeutet unverbindliche Preisempfehlung). Um im Zuge einer Reparatur dieselbe schnellstmöglich durchführen zu können, verpflichten sich Vertragswerkstätten, sämtliche Ersatzteile auf Lager zu halten. In diesen Teilepreisen sind dann auch deren Lagerkosten einkalkuliert.

Wir arbeiten ausschließlich für Unfallgeschädigte und sind nur unseren Kunden verpflichtet

Viele Versicherungsgesellschaften versuchen immer wieder, genau diese beiden Kostenpunkte unmittelbar nach dem Einsenden des Kfz-Gutachtens zu streichen. Viele Geschädigte eines Verkehrsunfalls nehmen das dann hin. Die Summen, die die Versicherer so einsparen, gehen in die Millionen. Wenn auch Sie fiktiv abrechnen wollen und die Versicherung die Verbringungskosten (oder/und die UPE-Kosten) zusammenstreicht, können Sie uns sofort aufsuchen. Als neutrales Gutachterbüro stehen wir hinter unseren Gutachten und setzen diese auch für unsere Kunden durch.

Ihnen steht auch ein Fachanwalt zu – bei jedem Schaden

Alternativ dazu können Sie sich auch einen Anwalt für Verkehrsrecht nehmen. Das Anrecht auf einen Anwalt haben Sie immer. Also auch bei einem Bagatellschaden und sogar, wenn Sie selbst Anwalt wären. Die Kosten für den Verkehrsrecht-Rechtsanwalt muss die gegnerische Versicherung ebenfalls in jedem Fall übernehmen. Außerdem kann es durchaus sein, dass Sie fiktiv abrechnen, das Fahrzeug aber dennoch durch eine beispielsweise typfreie Werkstatt reparieren lassen. Dann können Sie die Mehrwertsteuer aus dieser Rechnung ebenfalls nachfordern.

Wir sind für Sie da – ausschließlich!

In den letzten Jahren konnten sich Gemeinschaftsringe über das Internet entwickeln, denen Gutachter bundesweit angeschlossen sind. Auch hier sollten Sie mit großer Vorsicht handeln, denn dahinter steht als Interessensgemeinschaft oftmals die Versicherungswirtschaft. Die versendet an angeschlossene Gutachter zum Beispiel Empfehlungen, wonach der Zeitwert des Fahrzeugs über die Daten auf Internet-Portalen errechnet werden soll. Die Preise für Gebrauchte auf diesen Online-Autoverkaufsportalen liegen jedoch meist unter dem regionalen Preisniveau für Gebrauchtfahrzeuge. Unser Kfz-Sachverständigenbüro hingegen ist ausschließlich für Geschädigte von Verkehrsunfällen tätig. Wir übernehmen von der Versicherungswirtschaft also keine Aufträge, die unsere starke Position, die wir für unsere Kunden übernehmen, infrage stellen könnte.

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